Marketing, PR und Social Media – ein Blick auf die Blogparade von Ed Wohlfahrt

Mehr als zehn Beiträge hat Ed Wohlfahrt in seiner Blogparade zum Thema “Zukunft der PR” bereits gesammelt. Besonders spannend: Die Beiträge zum Verhältnis von Marketing und PR, wenn es um den Lead in Sachen Social Media geht.

Christian Dingler: Auf die Kompetenz besinnen
Den Reigen der Ausblicke im Rahmen der Blogparade von Ed Wohlfahrt eröffnet Christian Dingler. Er zeigt neun Trends für 2013 auf und weist unter anderem darauf hin, dass 2012 noch Marketing- und Internet-Agenturen den Online-Bereich für sich beanspruchen konnten. Die Folge: ein Boom beim “Content Marketing”, einem Begriff, den ich überhaupt nicht schätze, da er die eigentliche Bedeutung von Inhalten in Social-Media-Zeiten (Kontext, Dialog) komplett negiert. Dingler geht aber davon aus, dass die PR-Agenturen im kommenden Jahr gegensteuern und sich auf ihre Kompetenz bei “gut recherchierten und schön erzählten Geschichten” besinnen werden. Eine These, die ich in meinem Mehrteiler zur Zukunft der PR ebenfalls vertrete.

Daniel Rehn: Branded Content und Social Mags
Es wäre spannend gewesen, im Beitrag von Daniel Rehn etwas zum Verhältnis von Marketing und PR zu finden, seine Thesen sind aber auch ohne direkte Nennung des Konflikts spannend – man kann hier schön zwischen den Zeilen lesen. Mobile, Branded Content, Social Mags, das sind ja alles Themen, bei denen die PR die Führung im Unternehmen übernehmen kann. Und die These, dass Global Player mittels Social Media zu Medienunternehmen werden, vertrete ich ja ebenfalls mit Verweis auf Red Bull. Ich würde allerdings auch Mittelständlern zutrauen, die Bedeutung von Content und Kuration noch zu erkennen, es muss nicht immer eine Weltmarke sein.

Daniel Jörg: Riesenchance, aber es gibt Handicaps
Die Content-Euphorie als Chance für die PR-Branche – Daniel Jörg sieht hier klare Vorteile für PR-Berater, die relevante Themen identifizieren und nutzwertige Inhalte entwickeln können. Er belässt es aber nicht dabei und weist erfreulicherweise auch auf Hürden hin, unter anderem “digitale und soziale Berührungsängste” sowie zu wenig Social-Media-Praxis. In einem zweiten Beitrag vertieft Daniel Jörg das Praxis-Thema und zeichnet ein Bild vom Kommunikationsprofi, der mit einem Forschungsansatz an seine Arbeit herangeht. Spannend, aber dem Zukunfts-Thema gemäß eben auch weit vom Alltag in vielen PR-Büros entfernt.

Frank-Michael Preuss: Wie Social Media den Nutzer verändert
Die Überschrift des Beitrags von Frank-Michael Preuss “Werbung war gestern, Web 2.0 ist heute” enthält eine Absage ans klassische Marketing, im Text steht aber auch das Gegenteil: “Online-Pr und Social Media lösen klassische PR-Strategien teilweise ab und verstärken gezielt das Marketing.” Preuss weist darauf hin, dass Social Media für Verwirrung sorgt, was die Zuordnung zu PR oder Marketing angeht (auch innerhalb des Marketing) sowie auf die Gefahr, dass Online-Maßnahmen nur Füllstoff für Werbekampagnen bleiben.

Dr. Kerstin Hoffmann: “Es geht schlicht um gut gemachte PR”
Gleich im ersten Abschnitt definiert Dr. Kerstin Hoffmann Online-PR als “gut gemachte PR mit zeitgemäßen Mitteln”. Für sie nutzt überzeugende Online-Kommunikation die verschiedenen Kanäle, berücksichtigt ihre jeweiligen Gesetzmäßigkeiten und vergisst vor allem nicht, dass mit echten Menschen kommuniziert wird.

Meike Leopold: “Kooperation statt Konfrontation”
Fünf Thesen stellt Meike Leopold im Rahmen der Blogparade auf. Eine davon betrifft das Verhältnis von Marketing und PR. Meike Leopold gibt dem “Silodenken” keine Chance, die Abteilungen sollten nicht um Budgets streiten sondern voneinander lernen, kooperieren und sich auch bei Kampagnen unterstützen. Eine These, die ich unterschreibe, ohne zu verkennen, dass sie auch als frommer Wunsch gewertet werden kann.

Melanie Hessler: Zentrale Strategie, Umsetzung Hand in Hand
Auch Melanie Hessler von Eck Kommunikation plädiert in ihrem Beitrag für Kooperation und sagt: “Kreative, Intellektuelle, Strategen, Kommunikatoren – müssen auf einmal miteinander “können” und zwar “Hand in Hand”. Das werde ermöglicht durch eine Strategie, die den Weg zur bestmöglichen Nutzung aller Kommunikationskanäle weise. Agenturen sollten nach Ansicht von Melanie Hessler auch ihren Kunden klar machen, dass ohne synchronisierte Kommunikation nichts gehe. Ich schließe mich an und verweise auf unsere Partneragentur, mit der gemeinsam wir genau diesen Weg beschreiten.

Melanie Tamblé: Online-PR als Schnittstelle
Einen Punkt, auf den auch ich von PR-Mitarbeitern häufig angesprochen werde, greift Melanie Tamblé in ihrem Beitrag auf: Die direkte Kommunikation mit dem Endkunden war bislang Sache des Marketing, das kann und wird so nicht bleiben. Melanie Tamblé sieht die Online-PR als Schnittstelle (und damit in der Führungsposition), die Input aus PR, Marketing, Social Media und SEO aggregiert.

Sebastian von Frische Fische: Der Social-Media-Ansatz
Auch hier wieder: Content Marketing. Womöglich muss ich mich doch an diesen Begriff gewöhnen, den der Social-Media-Manager von Frische Fische mit Community Management und Campaigning verbindet, um ein Berufsbild des Online-PR-Profis zu zeichnen. Bezeichnend: Für klassisches Marketing ist im Zukunftsbild des Social-Media-Experten scheinbar schon gar kein Platz mehr.

Thomas Pleil: Mittlerin zwischen Interessen und Abteilungen
Beim “Dreisprung in die Zukunft” nimmt Thomas Pleil die Position des Stakeholders ein. Von ihm aus gesehen, verlieren Streitigkeiten zwischen Abteilungen an Bedeutung. “Wir müssen voneinander lernen”, so auch Pleil zum Verhältnis von Marketing und PR – und dieser Meinung möchte ich mich zum Schluss nochmals anschließen.
Verbunden mit einem Dank an Ed Wohlfahrt für diese absolut zukunftsfähige Blogparade. Ich bin gespannt, welche Beiträge bis zum Finaltag 20. Dezember noch eingehen.

Zum Schluss noch 5 Cent von mir: Ein Dialog lässt sich im Web auf vielerlei Weise und über viele Kanäle führen. Dafür sind neue Kompetenzen nötig, aber auch eine Station im Unternehmen, welche die One-Message-Policy ausarbeitet und durchsetzt. Ob dieser Content-Room im Marketing angesiedelt wird oder in der PR? Wie wäre es denn mit einem eigenständig agierenden, horizontalen Team?

(Uwe Baltner)

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Uwe Baltner

SMO14 – Social Media Optimierung für KMUs. Wir können Content und Kommunikation.
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