15 tolle Tipps: Webseiten-Besucher verärgern – aber richtig!


Heute drehen wir den Spieß um: Wir stellen Ihnen 15 Elemente der Webseiten-Konzeption vor, mit denen Sie Ihre Nutzer so richtig ärgern können.

1. Schalten Sie Pop-Up Werbung
Sie haben interessante Artikel oder Produkte auf Ihrer Homepage? Legen Sie unbedingt ein Pop-Up-Fenster darüber. Am besten eines, dass sich nicht ohne weiteres schließen lässt. Nichts freut Ihre Besucher mehr, als Pop-Up-Fenster, die sich über Ihre Inhalte legen. Am besten nehmen Sie gleich zwei.

2. Lassen Sie Sound und Video los
Sie kennen das sicher auch: alles ist schön ruhig, sie surfen im Internet auf eine neue Seite und plötzlich startet automatisch Musik und/oder ein Video. Wir empfehlen: Verstecken Sie das Video ganz unten auf der Seite, so dass der Besucher erst ewig scrollen muss, wenn er den Ton ausschalten möchte. Wetten, dass er lieber gleich das Weite sucht?

3. Verwirren Sie mit Animationen
Lassen Sie ihren Nutzern auf keinen Fall Zeit, sich in den ersten drei Sekunden auf die wesentlichen Inhalte Ihrer Seite zu konzentrieren. Besucher Ihrer Website fällen in dieser Zeitspanne die Entscheidung, ob Sie bleiben oder auf den Zurück-Button im Browser klicken. Machen Sie Ihnen die Entscheidung kinderleicht: Setzen Sie auf bunte, blickende Werbebanner, mehr automatisch startende Musik und andere nervtötende Features.

4. Kaufen Sie Stock-Bilder
Sie haben gehört, dass Bilder gut sind, um Aufmerksamkeit zu erregen? Das ist richtig, aber benutzen Sie auf keinen Fall eigene Fotos oder Grafiken. Greifen Sie lieber auf Allerwelts-Fotos aus Bilderdatenbanken zurück. “Glücklicher Mann am Computer” kommt immer gut, oder auch “Frau mit Notebook im Café”. Ganz schlaue Seitenbetreiber verwenden kostenlose Bilder von anderen Webseiten, diese verschaffen Seitenbesuchern ein Aha-Erlebnis. “Kenn ich das nicht von irgendwo her?”

5. Werden Sie nie persönlich
Ermöglichen Sie einen Kontakt, wenn überhaupt, nur über ein anonymes Standard-Kontaktformular. Vermeiden Sie auf jeden Fall die persönliche Kontaktaufnahme per E-Mail oder Telefon und stellen Sie auf keinen Fall Links zu Ihren Social-Media-Auftritten auf Ihre Seite. Es könnte ja sein, dass die tatsächlich genutzt werden. Und dann haben Sie plötzlich echte Kunden am Hals…

6. Verschlüsseln Sie die „Über Uns“-Seite
Versuchen Sie nicht Ihr Unternehmen so einfach wie möglich darzustellen. Sie wollen ja schließlich ernst genommen werden. Also werfen Sie mit Fachbegriffen und Insiderwissen nur so um sich. Je weniger Ihre Besucher verstehen, desto schneller verlieren sie die Nerven und gehen wieder googeln.

7. Texten Sie nur für SEO
Schreiben Sie ihre Texte nur für Suchmaschinenroboter. Was nutzen Ihnen gute Texte, wenn Sie bei Google nicht gefunden werden? Die Texte müssen nicht leicht verständlich sein. Packen Sie einfach die wichtigsten Keywords rein und wiederholen Sie diese so lange, bis sich die Verweildauer der Nutzer auf Ihrer Seite auf kaum messbare Promille hinterm Komma reduziert hat.

8. Nutzen Sie kein Social Sharing
Fatal: Sie haben bereits relevante Inhalte auf Ihrer Seite, für die sich Nutzer interessieren. Dann vermeiden Sie zumindest, dass diese auch noch weitergereicht werden. Verzichten Sie auf einen Facebook-Like- oder einen Google+-Button. Nutzen Sie auch nicht die Möglichkeit, dass Ihre Seite per E-Mail oder durch Social Bookmarks geteilt werden kann. Das sorgt nur für zusätzlichen Traffic und mehr Arbeit.

9. Finger weg von Blogs
Ihre Webseite macht bereits genügend Arbeit. Außerdem bringt Sie ein Blog in Kontakt zu potenziellen Kunden und anderen Interessenten. Und die haben möglicherweise sogar Fragen! Dabei geht Ihre Meinung keinen etwas an. Know-how bleibt im Safe und Einblicke in Ihre Arbeitsweise sorgen nur für noch neugierigere Nutzer. Sollten Sie bereits dem Blog-Wahn verfallen sein, stoppen Sie wenigstens das Verfassen aktueller News. Schreiben Sie nur über dieselben Themen wie alle, ansonsten droht doch noch echter Dialog – und wer braucht den schon?

10. Langweilen Sie schon im Titel
Nichts bringt Ihnen schneller nervige Leser als eine spannende Überschrift. Also langweilen Sie lieber. Und wenn der Titel nicht zum Inhalt passt, sind Sie ihre Leser sicher schnell wieder los. Wecken Sie in der Headline auf keinen Fall Erwartungen, die Sie dann auch erfüllen müssen.

11. Vorsicht mit Rabatten
Über 25 Prozent Rabatt freut sich so ziemlich jeder, aber überraschen Sie doch Mal mit einem Mindestbestellwert von 1.000 Euro auf ausgewählte Produkte. Da kommt Freude auf, und der Kunde verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen.

12. Verlinken Sie wahllos
Zu viele interne Verlinkungen auf der Seite stiften Chaos. Wunderbar! Also verlinken Sie immer überall alles. Vergessen Sie außerdem nicht, die Links mit „hier klicken“ zu benennen, damit die Suchmaschine irritiert wird. Links sollten auch kein neues Fenster öffnen sondern Nutzer von der aktuellen Seite werfen. Am besten mitten aus dem Text, dann vergeht Ihnen schnell die Lust am Lesen.

13. Schaffen Sie Gähn-Galerien
Slideshows sind eine tolle Möglichkeit, Ihre Seitenbesucher zur Weißglut zu treiben. Sorgen Sie vor allem dafür, dass jedes Bild neu geladen wird und so schöne Pausen entstehen. Ihre Besucher können diese ja nutzen, um auf die Toilette zu gehen, sich einen Kaffee zu kochen oder anderswo zu surfen.

14. Schalten Sie Flash
Benutzen Sie Flash. Suchmaschinen hassen es. Und Ihre Besucher nehmen garantiert Reißaus, wenn Ihnen ein minutenlanges Intro-Video den Weg zu jeglicher Information verstellt. Im Übrigen: Wer auf seinem Computer kein Flash unterstützt, hat es auch nicht verdient, in den Genuss Ihrer Seite zu kommen. Und Menschen, die vom Handy auf Ihre Seite zugreifen, können ohnehin nur nervige Nerds sein, oder?

15. Locken Sie den Nutzer ins Labyrinth
Sie haben alle Punkte beherzigt? Dann sollten Sie mit Ihrer Webseite jetzt richtig schön alleine sein. Jetzt müssen Sie nur noch einige Fallen für versprengte Suchmaschinen-Nutzer aufstellen. Sorgen Sie durch einen möglichst verschachtelten Aufbau der Seite und unverständliche Navigations-Texte dafür, dass jeder Besucher in den Untiefen Ihrer Seitenstruktur verloren geht. Viel Erfolg – und denken Sie immer daran: Der Kunde ist zwar König – aber Sie sind der Chef!

(Daniel Kohler/Uwe Baltner)

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