Pinterest: Die virtuelle Pinnwand aus den USA

Pinterest erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Der im März 2010 gegründete Dienst aus dem kalifornischen Palo Alto erlaubt das Bookmarken von Fotos, Videos und anderen Inhalten, auf die Nutzer während ihrer Reise durch das Netz stoßen. Auch für Unternehmen bietet die neue Plattform Möglichkeiten, mit Kunden in Kontakt zu treten.

Anwender von Pinterest können – wie in sozialen Netzwerken üblich – einander folgen und mit wenigen Klicks die Fundstücke anderer Nutzer auf ihre eigene Pinterest-Pinnwand übernehmen. Der virale Faktor steht also klar im Vordergrund. Anfangs stark von Nutzern geprägt, die ihre Liebe für schöner Wohnen, Hochzeiten und Rezepte miteinander teilten, entwickelte sich Pinterest mehr und mehr zum Mekka für Mode, Design und Kundeninteraktion.

Der Vorteil für Unternehmen liegt darin, dass Produkte und Dienstleistung auf eine visuell sehr ansprechende Art und Weise präsentiert werden können. Darüber hinaus kann das Unternehmen direkt mit den Nutzern interagieren und beispielsweise gepinnte Einträge über das eigene Unternehmen auf die eigene Pinnwand übernehmen.

Socialnomics hat fünf US-Unternehmen als Beispiele herausgepickt, um zu zeigen, wie sich Unternehmen auf Pinterest profilieren können:

  1. Gap:
    Die US-amerikanische Modekette Gap hat einige sogenannte “Boards” auf Pinterest eingerichtet. Darunter ein Board, das speziell dazu gedacht ist, Pins zu präsentieren, die andere Nutzer im Zusammenhang mit Gap erstellt haben. Dadurch tritt das Unternehmen direkt mit den Nutzern in Kontakt und zeigt, dass es die Anerkennung wertschätzt.
  2. Whole Foods:
    Der Betreiber einer Biosupermarktkette verzichtet zum Teil sogar darauf, eigene Produkte vorzustellen. Sie berichten beispielsweise auch über Essen zu speziellen Anlässen (z.B. Thanksgiving oder Weihnachten) und wie man sich am besten darauf vorbereiten kann. Allgemein versuchen sie alle Pinterest-Nutzer zu erreichen, die in irgendeiner Form Spaß am Kochen haben und beschränken sich dabei nicht nur auf die eigenen Produkte.
  3. Nordstrom:
    Die Kaufhaus- und Versandhauskette Nordstorm präsentiert auf ihrer Pinterest-Seite aktuelle Produkte ebenso wie Produkte, die in naher Zukunft folgen könnten. Außerdem finden sich Geschenkideen für spezielle Anlässe wie beispielsweise den Valentinstag. Bestimmte Marken wie Ugg oder Toms werden besonders hervorgehoben, um zusätzliche Interessenten zu gewinnen.
  4. Travel Channel:
    Der Pinterest-Kanal von Travel Channel hat sich völlig auf Landschaftsfotografien von Reisezielen spezialisiert, welche die Nutzer besonders stark emotionalisieren können. Außerdem kann man auch etliche “Behind-the-Scenes”-Einblicke gewinnen und die Arbeit hinter den Kameras begutachten.
  5. West Elm:
    Neben dem Präsentieren von Wohnideen hat West Elm auch ein Board names Smile Booth aufgesetzt, in dem Mitarbeiter und Kunden von Eröffnungfeiern gezeigt werden. Dadurch enthält der Unternehmensauftritt eine frische und persönliche Note. Darüber hinaus ist West Elm eines der wenigen Unternehmen auf Pinterest, dass nicht nur die Pinnwanndeinträge einzelner Personen wiederverwendet, sondern die Kanäle der Nutzer auch tatsächlich “liked”.

Bisher hat die neue Plattform in Deutschland noch keine allzu großen Wellen geschlagen, deutsche Unternehmen sucht man vergebens. Allerdings stecken in Pinterest einige Potentiale, die andere soziale Netzwerke in einer vergleichbaren Form nicht bieten können. Es kursieren sogar Gerüchte, wonach Google an einer Übernahme der virtuellen Pinnwand interessiert sein könnte.

(Fabian Tief)

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