Facebooks Open Graph – wie können Unternehmen profitieren?

Facebooks Open Graph ist seit vergangengen Mittwoch offiziell für Entwickler verfügbar. Nachdem bereits Ende letzten Jahres erste Open-Graph-Apps in Zusammenarbeit mit Facebook veröffentlich wurden, kann sich jetzt jeder an der neuen Technologie versuchen.

Was sind Open-Graph-Applikationen?
Facebook ermöglicht jetzt Apps mit einem hohen sozialen Fokus. Durch die Verwendung können Facebook-Nutzer ihre Erlebnisse, Interessen und Dinge, die ihnen auf angeschlossenen Web-Angeboten wie eBay, Zeitschriften oder Musikportalen gefallen, automatisch mit ihren Freunden teilen und genauso Neues bei Freunden entdecken.

Technisch gesehen werden solchen Applikationen Rechte erteilt, so dass sie auf der Chronik des Nutzers einen Eintrag erstellen können. Die bereits im Vorfeld bekannten Apps von Washington Post, Hulu und Spotify erstellen einen Chronik-Eintrag, sobald der Nutzer einen Beitrag gelesen, ein Video gesehen oder ein Lied gehört hat. Damit wird eine hohe Verbreitung der Inhalte garantiert – ob die Nutzer davon eher genervt werden oder das Angebot begeistert nutzen werden, ist noch offen.

Den Nutzern wird neben der bekannten Like- und Kommentarfunktion die Möglichkeit gegeben, tatsächlich bestimmte Dinge zu tun. Also beispielsweise ein Lied anzuhören, ein Rezept nachzukochen, etwas einzukaufen, etwas zu lesen oder etwas anzuschauen. Die Interaktivität steht deutlich im Vordergrund.

Was hat das für Auswirkungen?
Es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Tagen und Wochen eine Vielzahl von Open-Graph-Apps zu den bereits vorgestellten 60 (darunter z.B. MyVideo, Simfy, Soundcloud, Foodily, Ticketmaster und Tape.tv) gesellen wird.

Dem Nutzer bleibt dabei stets selbst überlassen, ob er der App die Rechte gibt, auf der eigenen Chronik Inhalte zu veröffentlichen. Falls er das jedoch nicht tut, kann er die App auch nicht nutzen. Außerdem ist ein Löschen und Deaktivieren der Applikation jederzeit im Nachhinein möglich.

Facebook selbst verfolgt damit natürlich das Ziel, möglichst viele personalisierte Daten über die Nutzer zu erfassen und Werbung damit noch besser auf Zielgruppen zuschneiden zu können. Da die neuen Open-Graph-Apps ausschließlich mit der neuen Facebook-Chronik funktionieren, ist damit zu rechnen, dass diese in naher Zukunft für alle Nutzer verpflichtend wird. AllThingsD spekuliert sogar, dass es noch diese Woche so weit sein soll.

Wie können Unternehmen profitieren?
Der Open Graph öffnet Tür und Tor für Applikationen, die eine enorm hohe Reichweite erzielen können. Sicherlich ist das nicht für jede Branche geeignet. HubSpot hat vier Möglichkeiten von Open-Graph-Apps für Unternehmen gesammelt. Der Kreativität sind darüber hinaus natürlich keine Grenzen gesetzt.

  1. Stellt Ihr Unternehmen viele Inhalte online zur Verfügung, wie z.B. eBooks, Webinare, Präsentationen oder Whitepaper? Dann sollten Sie eine App in Erwägung ziehen, die als Bibliothek fungiert. Jedes Mal, wenn ein Nutzer eine Ihrer Publikationen liest, wird sie anschließend auf Facebook mit seinen Freunden geteilt.
  2. Wenn Sie eine kostenlose Testversion eines Ihrer Produkte anbieten, könnten Sie eine Facebook-App damit verknüpfen, die anzeigt, wer bereits die Testversion verwendet hat.
  3. Eine weitere Möglichkeit ist die Erstellung einer App, die es Ihren Kunden einfach macht, Erfahrungsberichte über Ihr Unternehmen zu schreiben. Diese werden anschließend über den Open Graph mit sämtlichen Freunden geteilt.
  4. Ebenfalls denkbar wäre eine App, die automatisch die Fortschritte von Nutzern beobachtet und bei bestimmten Punkten Meldungen veröffentlicht. HubSpot bringt das Beispiel ihres Marketing Graders, der die Marketingaktivitäten von Kunden mit einem Punktesystem bewertet. Wenn ein Kunde eine bestimmte Punktzahl erreicht, wird automatisch eine Meldung darüber veröffentlicht.

(Fabian Tief)

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