Gesammelte Daten in Facebook und Google+ einsehen

Dass man von den Möglichkeiten der Selbstinszenierung in sozialen Netzwerken nicht geblendet werden sollte, dürfte mittlerweile fast jedem bekannt sein. Aber nur wenige wissen, dass man gezielt einsehen kann, welche Daten Facebook und Google+ tatsächlich über einen gesammelt haben.

Besondere Brisanz hat dabei der Fall von Max Schrems angenommen, der anhand seiner von Facebook angeforderten Daten (damals noch per Formular und mit angehängter Kopie des Personalausweises) das soziale Netzwerk in 22 Punkten angeklagt und zu mehr Transparenz aufgefordert hat. Bis zur Datenautonomie des Nutzers ist es mit Sicherheit noch ein weiter Weg, aber die Kontrollmöglichkeiten werden in den letzten Wochen und Monaten zunehmend besser.

Datentransparenz bei Facebook
Kurz nach dem Start von Google+ implementierte Facebook die Funktion, das eigene Profil aus der Sicht eines beliebigen Facebook-Nutzers oder gar der “Web-Öffentlichkeit” anzusehen. Außerdem wurde das Teilen für bestimmte Personen oder Gruppen vereinfacht (inspiriert von den Google+ Circles).

Außerdem ist es möglich, eine Kopie seiner Facebook-Daten anzufordern und herunterzuladen. Navigieren Sie dazu zu Ihren Kontoeinstellungen und dort auf den Reiter “Allgemein”. Dort wird unten “Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter” angezeigt. Mit einem Klick darauf können Sie in einem weiteren Schritt einige zusätzliche Informationen einholen und das Datenpaket anfordern. Facebook meldet daraufhin, dass das Datenarchiv aufgebaut wird und Sie bei Fertigstellung eine E-Mail erhalten.

Im Prinzip handelt es sich bei diesem zusammengestellten Archiv um eine Offline-Version des Facebook-Profils. Die Aufbereitung ist im Gegensatz zur Online-Variante nüchterner und erscheint deshalb übersichtlicher. Letztendlich verbergen sich darin jedoch keinerlei Informationen, die nicht auch auf Facebook zu finden wären. Allerdings können Sie sich hiermit relativ schnell einen Überblick über vergleichsweise alte Status-Updates verschaffen, da in der Offline-Version alle Beiträge dargestellt werden, während in der Online-Version aufgrund von Trafficeinsparungen immer nur ein bestimmter Zeitraum dargestellt wird (beim Erreichen des Endes wird der nächste Abschnitt geladen).

Datentransparenz bei Google+
In Googles sozialem Netzwerk war es bereits von Anfang an möglich, Inhalte nur mit bestimmten Kreisen zu teilen und das Profil aus der Sicht anderer Nutzer zu betrachten. Ein Grundmaß an kontrollierter Privatsphäre wurde damit gewährleistet.

Eine Downloadmöglichkeit der Profildaten bietet Google über den “Takeout“-Dienst an. Dabei können neben den Google+-Daten wie Circles oder +1 auch Daten anderer Google-Dienste wie Google Voice, Google Buzz oder Picasa ins Archiv integriert werden. Entscheidender Unterschied zu Facebook: Kontaktdaten werden im .vcf-Format geliefert, d.h. sie lassen sich relativ simpel in andere Anwendungen einbinden. Sollte man sich also von Google lossagen wollen, können die meisten Daten mit übernommen werden. Status-Updates liegen mitsamt Kommentaren anderer Nutzer und Bilder in separaten .html-Dokumenten vor.

Eine weitere Möglichkeit, sich einen Überblick über die Datenverwendung bei Google zu verschaffen, ist das soganannte “Google Dashboard“. Nach Eingabe Ihres eigenen Passwortes werden Ihnen sämtliche Verknüpfungen zu Google-Diensten aufgezeigt – von Google Mail über Picasa bis hin zu Google Docs. Auch weitergehende soziale Verknüpfungen mit anderen Webdiensten wie z.B. Twitter werden Ihnen dort dargestellt. Darüber hinaus können Sie von Ihrem Dashboard aus schnell und komfortabel auf die Einstellungen der jeweiligen Dienste zugreifen, um gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.

Fazit
Google liegt gegenüber Facebook in puncto Datentransparenz klar vorne und scheint bisher auch oft als Vorbild für Facebook gedient zu haben. Facebook legt in letzter Zeit immer häufiger in Sachen Privatsphäre-Kontrolle nach und gibt auch öfter Details über die Art und Weise wie Daten verwendet werden preis.

(Fabian Tief)

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