Studie: Inhalte-Strategie essentiell für Social Media in Unternehmen

Wasser auf unsere Mühlen: Die von Internetworld.de vorgestellte Studie „Future of Content“ der Meltwater Group zeigt, dass Unternehmen der Verbreitung ihrer Inhalte über Social-Media-Kanäle große Bedeutung beimessen – gerade auch in Deutschland.
Bei der weltweit durchgeführten Studie wurden im Oktober 2010 Mitarbeiter aus 450 Unternehmen befragt. Ergebnis laut Internetworld.de: Bereits 36 Prozent der deutschen Unternehmen, die an der Studie teilnahmen, haben eine Inhalte-Strategie im Social-Media-Bereich entwickelt. Noch wesentlich mehr, nämlich 64 Prozent, messen dem Content Marketing eine große Bedeutung zu.
Wo kommt jetzt SMO14 ins Spiel? Ganz einfach: Unsere journalistische Erfahrung wird dringend benötigt. Als größte Herausforderungen bezeichneten 26 Prozent der deutschen Studienteilnehmer die Produktion von interessanten, 30 Prozent die Produktion von neuen Inhalten. Und es fehlt an Zeit und Ressourcen für das Engagement in sozialen Medien – das sagen 27 Prozent der in Deutschland Befragten.
Ebenfalls essentiell: das Monitoring. Hier klafft die Schere zwischen Erkenntnis und Umsetzung noch sehr weit. 80 Prozent der Befragten in deutschen Firmen halten das Monitoring für wichtig, bislang haben aber nur 16 Prozent die benötigten Technologien angeschafft. Meine Vermutung dazu: Tools wie Omniture oder Radian6 sind zu teuer – und es fehlt an Beratung bzw. Begleitung für den Umgang mit den Gratis- bzw. kostengünstigen Tools. Selbst aus Google Analytics lässt sich viel ablesen, was die KPIs von Social-Media-Maßnahmen angeht, das erfordert aber Ressourcen – interne oder externe.
Inhalte, Inhalte, Inhalte
Wie gesagt, Wasser auf unsere Mühlen. Wir glauben, dass eine Social-Media-Strategie immer eine Inhalte-Strategie sein muss. Unternehmen neigen dazu, sich in diesem Bereich zu unterschätzen: „Bei uns passiert doch nichts Aufregendes.“ Dabei fehlt es nur an einigen grundlegenden Schritten:
1. Monitoring: Was wird über das Unternehmen im Web berichtet, wer diskutiert, wie ist die Reputation?
2. Definition von Zielen und Zielgruppen: Wen will ich im Netz erreichen und warum?
3. Inhalte-Strategie und Themenplanung: Mit welchen Inhalten (auch multimedialen) lassen sich die Zielgruppen am besten erreichen?
4. Auswahl der Plattformen: Welche Social-Media-Kanäle werden genutzt?
Schritt 4 sollte immer erst erfolgen, wenn die Punkte 1-3 abgehakt sind. Anschließend erfolgt die Umsetzung und das Aufsetzen eines laufenden Monitorings.
An welchem Schritt sind Sie angelangt? Ich freue mich auf Ihr Feedback und Ihre Fragen. (Uwe Baltner)
Die oben stehende Infografik zum Inhalte-Sharing im Web stammt von Silicon Alley Insider.
Uwe Baltner
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8 Kommentare to “Studie: Inhalte-Strategie essentiell für Social Media in Unternehmen”
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[...] Meine Anmerkungen zur Studie der Meltwater Group betreffend die Inhalte-Strategie von Unternehmen hat einige Fragen aufgeworfen. Unter anderem wollte ein Kunde wissen: Wie sieht er denn nun aus, der perfekte Text fürs Web? Tipps fürs Schreiben sind also gefragt, und das an sich ist ja bereits ein gutes Zeichen. Denn es wird Zeit, dass Unternehmen (im Übrigen gerade Medienunternehmen) erkennen, dass sich Qualität auch in Zeiten des User Generated Content durchsetzt. [...]
[...] Inhalte sind das A und O für Social Media! [...]
Da wird mal eben u.a. die “Vermutung” in den Raum gestellt, dass Radian6 “zu teuer” und das der Grund sei für die bislang mangelnde Verbreitung von Social Media Monitoring in Unternehmen. Dass diese Vermutung nicht richtig ist, ergibt sich aus dem unmittelbar anschließenden Satz: Der entscheidende Vorteil von Tools wie Radian6 ist unter anderem, dass diese Tools auf Knopfdruck zu einer kundendefinierten Recherche konsolidierte Daten aus allen Social-Media-Quellen ermitteln und zur Verfügung stellen. Das (personalkosten-)aufwändige Zusammentragen und Auswerten von Informationen aus “kostenlosen” Tools entfällt damit völlig. Und wenn man gegen diesen Vorteil nur die ersparten Eigenkosten eines Unternehmens, möglicherweise aber auch die ersparten Kosten für (zu teure ?) Agenturleistungen stellt, dürften sich die Kosten z.B. für Radian6, die bei voller Funtkionsfähigkeit incl. Engagement Console bei etwas unter EUR 600.- netto monatlich beginnen, wohl eher als sehr günstig denn als “teuer” darstellen.
Da muss ich Mindlab Recht geben. Kostenfreie Tools sind zwar für den Anfang bzw. ersten Überblick ganz gut, liefern aber nicht qualitativ hochwertige Ergebnisse. Außerdem sind die Mitarbeiter längere Zeit damit beschäftigt, die irrelevanten Treffer auszusortieren und die MA müssen ja auch bezahlt werden. Kostenpflichtige Tools wie Radian6 sind da schon deutlich besser. Ich arbeite bei VICO und wir bieten ebenfalls Social Media Monitoring an. Im Gegensatz zum reinen Keywordmatching, berücksichtigen wir Kommunikationsstrukturen und Muster in der Sprache. Unsere Computerlinguisten modellieren neben den Marken und Produkten auch die Tonalität und Themen passend zur Branche. Das ist gerade bei Unternehmen wie LG und MAN auch sinnvoll. Da helfen kostenfreie Tools nicht weiter.
@Mindlab Support/R6 Aus Ihrer Sicht absolut richtig, m.E. sollte aber die Beratungsleistung am Anfang stehen. Interessieren würde mich etwa, ob aus Ihrer Sicht auch Unternehmen, die noch kaum Social Buzz verursachen, bereits Tools wie R6 nutzen sollten – oder ob hier nicht eine Strategie sinnvoller erscheint, die erste Maßnahmen mit einem laufenden Monitoring kombiniert.
@Stefanie Aßmann Ebenfalls d´accord. Je größer der Buzz, desto sinnvoller der Einsatz von Tools wie VICO.
@SMO14 Wenn im Unternehmen die Kapazität und/oder Qualifikation zur Vorbereitung einer sinnvollen Analyse nicht vorhanden ist, sollte sicherlich die (externe) Beratungsleistung am Anfang stehen. Bei vielen Unternehmen sind aber Kapazitäten und Qualifikation verfügbar, umgekehrt stehen viele Agenturen erst am Anfang und stochern genau so im Nebel, wie die Kunden, die sie beraten wollen/sollen. Dann steht also vor allem die Auswahl der richtigen Berater.
@Stefanie Aßmann: Das Problem bei der Vormodellierung ist nach unserer Erfahrung die zwangsläufige Lückenhaftigkeit, weil die Fantasie des besten Linguisten nicht ausreicht, mit der Vielfalt und rasanten Entwicklung der (Umgangs-)Sprache vollständig Schritt zu halten. Deswegen setzt eine verlässliche Sentimentanalyse immer noch die Kontrolle der Ergebnisse derartiger Vormodellierungen voraus. Und wenn man demnach sowieso kontrollieren muss, kann man den Aufwand auch gleich in die vollständige redaktionelle Sentiment-Auswertung stecken. Dabei kann man auch mit Unterstützung leistungsfähiger Textmininhg-Tools arbeiten, die einem aus den gewonnenen Daten weitgehend automatisiert Zusammenhänge gefundener (Ergebnis-)Worte bis hin zu vollständigen Sätzen abbilden. Sicherlich nur EIN Ansatz von vielen möglichen Ansätzen.
Aber Tonalität und Sentiments sind ja nur ein Thema. Das Ganze steht und fällt mit einer sorgfältigen Keyword-Konfiguration. Dass das ein dynamischer Prozess ist, in dem man die Ergebnisse des Monitorings aufgreifen und in der aktualisierten Konfiguration weiter verarbeiten muss, wird weitgehend noch verkannt.
Alles in allem bleibt das ein spannendes Thema, bei dem nach unserer Überzeugung bis auf weiteres der Mensch im Mittelpunkt steht und jedwedes Tool nur Hilfsmittel sein kann … das eine eben weniger effektiv und das andere effektiver.
[...] So, das war’s für die Kw 49, nächste Woche gibt es weitere Informationen. [...]