Social Media für B2B: Das Beispiel Krones AG

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„Wir haben schon Bewerbungen über YouTube bekommen.“ Wer sich mit Charles Schmidt unterhält, verliert schnell seine Zweifel am Sinn von Social Media für den Mittelstand. Der Head of Social Media der Krones AG wirkt nicht nur sehr überzeugend, er liefert auch Belege für den Erfolg seiner Maßnahmen.

Dabei wirft er nicht mit Buzzwords um sich und eröffnet keine Strategie-Debatte. Schmidt weist einfach auf die Notwendigkeit von Social Media für sein Unternehmen hin, vor allem im Bereich Personalsuche: „Heutzutage lassen sich junge Leute und künftige Mitarbeiter besonders gut über Kanäle wie Facebook, Twitter und YouTube erreichen.“

Über 10.000 Beschäftigte
Klingt logisch: Wenn gut ausgebildete Mitarbeiter die Zukunft eines Unternehmens sind, muss diese Zukunft gesichert werden. Die Krones AG, Weltmarktführer in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik, hat weltweit über 10.000 Beschäftigte. Allein am 1. September 2010 haben über 100 Jugendliche eine Ausbildung bei Krones begonnen.

Details wie diese postet Charles Schmidt täglich aus seinem Büro am Rande des Krones-Stammwerks in Neutraubling per Twitter und an die Pinnwand der Facebook-Seite. Das liest sich dann etwa so: „Der Neutraublinger Weltkonzern hat binnen zehn Jahren fast 1.700 Jugendlichen eine Ausbildung ermöglicht.“ Eine Stunde später hat Schmidt bereits sechs „Likes“ für den Eintrag eingesammelt. An einem Samstag um 16 Uhr. Über 1.000 Fans hat die Krones-Präsenz auf Facebook, etwa die Hälfte davon sind laut Schmidt Mitarbeiter. Im Vergleich zu großen Marken wie BMW oder Audi und deren Mitarbeiterzahl ist das ein sehr guter Wert.

Azubis mit Flipcam
„Natürlich nutzen wir Facebook auch zur internen Kommunikation“, sagt der Project Supervisor Creations der Kommunikations-Abteilung. „Wir erreichen die Mitarbeiter dort, wo sie sich ohnehin im Web aufhalten. Ein Intranet funktioniert am Wochenende nicht.“ Was dagegen prima funktioniert: Azubis eine Flipcam in die Hand drücken, sie über ihren Alltag berichten lassen und die Videos anschließend im hauseigenen Krones TV auf der Webseite und auf YouTube zeigen.

Charles Schmidt bringt bei der Filmproduktion nicht nur viel Erfahrung und Kreativität ein. Er sorgt auch dafür, dass die Videos authentisch, aber nicht amateurhaft wirken. „Etwas Nachbearbeitung muss schon sein“, sagt der Head of Social Media. Der Erfolg gibt ihm Recht: Über 1.000 Views hat der erste Teil des Videos, in dem Neu-Azubi Maxine Abeska ihren Alltag bei Krones schildert.

Markenführung und Recruiting
Mit dem komplett im Unternehmens-Look gestalteten YouTube-Kanal sorgt Krones für ein positives Markenbild und weckt gleichzeitig die Neugier potenzieller Mitarbeiter. Ein Unternehmen, in dem Auszubildende zu Video-Stars werden? Das muss cool sein.

Im Unternehmen muss sicherlich noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn einzelne Mitarbeiter stehen den neuen Recruiting-Aktivitäten durchaus skeptisch gegenüber. Doch die Krones AG hat, was jedes Unternehmen im Zeitalter von Social Media braucht: Mitarbeiter, die Offenheit und Dialog im Netz intern promoten und engagiert vorangehen. Auch wenn das manchmal den Feierabend kostet. 50 Prozent seiner Arbeitszeit wende er derzeit für Social Media auf, sagt Charles Schmidt: „Von der Freizeit gar nicht zu reden.“

Infos aus aller Welt
Schmidt nutzt Tools wie Socialmention.com und Ruflotse (www.ruflotse.de), um den Social Buzz rund ums Unternehmen zu überwachen. Reputations-Management gehört zum Konzept und zum Job. Ebenso wie die Nutzung von Blackberry und iPhone, um jederzeit Infos aus den USA, Brasilien, Afrika oder Russland empfangen zu können.

Bei der Arbeit wird der Social-Media-Beauftragte derzeit von zwei festen Mitarbeitern und einem Praktikanten unterstützt. Geht es nach ihm, kommen mittelfristig noch mehr dazu. Mit einem Firmen-Blog wird derzeit experimentiert, auch hier sollen insbesondere die jungen Mitarbeiter zu Wort kommen. Dass CEOs im Maschinenbau Blogs befüllen, hält Charles Schmidt momentan noch nicht für realistisch. „Die Entscheider sind vielleicht nicht auf Facebook, aber deren Kinder“, sagt der Project Supervisor Creations. Die Zeit arbeitet für ihn – und für Social Media. (Uwe Baltner)

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